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Deutschland und Militarismus

Deutschland und Militarismus

Der Einfluss des Militärs in Wilhelms II. Deutschland wird durch die wahre Geschichte des "Hauptmanns von Kőpenick" gut veranschaulicht. Die Geschichte des "Kapitäns von Kőpenick" fand am 16. Oktober stattth 1906. Der Hauptmann von Kőpenick war ein Schuhmacher namens Wilhelm Voigt. Voigt hatte eine kriminelle Vergangenheit, die es schwierig fand, einen Job zu behalten, nachdem ein Arbeitgeber von seiner Vergangenheit erfahren hatte. Er fand es auch schwierig, langfristig einen Ort zu finden, an dem er leben konnte.

Täglich von der Hand in den Mund leben Voigt kaufte sich eine gebrauchte deutsche Offiziersuniform. Er kleidete sich als Hauptmann der deutschen Armee und ging nach Berlin. Hier stieß er auf vier deutsche Soldaten, denen er befahl, sich hinter ihn zu setzen und ihm zu folgen. Diese vier Männer waren echte Soldaten und gingen automatisch davon aus, dass Voigt ein deutscher Offizier war. Sie stellten seine Identität nicht in Frage - so war der Status der Uniform - und taten, was ihnen befohlen wurde.

Weitere Soldaten schlossen sich der Gruppe an, als sie zu einem Bahnhof in Berlin marschierte. Hier fuhren sie mit dem Zug nach Kőpenick, einer Kleinstadt außerhalb Berlins. Hier stieß Voigt auf drei Polizisten und befahl ihnen, sich hinter ihn zu setzen und sich den Soldaten anzuschließen. Sie taten, was ihnen gesagt wurde. Die ganze Gruppe marschierte dann auf das Rathaus. Als Voigt im Rathaus ankam, forderte er die Übergabe von 4.002 Mark. Dies geschah, ohne dass jemand den "Offizier" befragte. Voigt überreichte eine Quittung und ordnete die Festnahme des Bürgermeisters an. Dies geschah ordnungsgemäß, und der Bürgermeister wurde von einigen Soldaten zur neu errichteten Berliner Polizeistation in Unter den Linden begleitet. Voigt spielte sechs Stunden lang die Rolle eines Armeekapitäns, bevor schließlich jemand seine Autorität in Frage stellte und er verhaftet wurde. Voigt wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, aber nach zwei Jahren wieder freigelassen, nachdem er eine Begnadigung von Wilhelm II erhalten hatte, der Voigt anscheinend als nichts weiter als einen 'frechen Kumpel' ansah - einen Schurken, der tatsächlich niemanden verletzt hatte.

Im Gefängnis wurden ihm Geschenke geschickt. Bei seiner Freilassung nutzte Voigt seinen Prominentenstatus für eine Europatournee als Hauptmann der Bundeswehr. Über ihn wurde ein Stück geschrieben und seine Heldentaten zu einem Film gemacht.

Was Voigt tat, zeigte, wie einflussreich das Militär in Deutschland geworden war. Die einfache Tatsache, dass er eine Offiziersuniform trug, war für ihn beinahe ein Pass, mit dem er tun konnte, was er wollte, ohne gefragt zu werden. Während die Geschichte eine humorvolle Seite haben mag, zeigt sich der blinde Gehorsam in der Geschichte - bis zu seiner Verhaftung! - kann helfen zu erklären, warum so viele deutsche Soldaten während des Stellungskrieges getötet wurden, wenn sie einfach einem Befehl eines Offiziers ohne nachzudenken Folge leisteten. Wenn ihnen von einem Offizier befohlen wurde, "über den Tellerrand" zu gehen, taten sie dies, da ihnen ein solches Verhalten eingeflößt worden war. Dasselbe galt mit ziemlicher Sicherheit für die britische Armee, wo der Gehorsam gegenüber einem Offizier erwartet wurde - wieder wie das Abschlachten in den Schützengräben zeigte.

Dezember 2012

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